Zufriedenheit im „Social Media“ Zeitalter

Ist die innere Zufriedenheit ausgestorben?

Das neue Selfie erzielt in wenigen Minuten Herzchen, Likes und Kommentare. „Du bist so schön!“, „Toller Look!“, „WOW!“ Diese und viele ähnliche Kommentare versetzen dich in einen Rausch. Das Selbstbewusstsein schießt zum Mond und wieder zurück. Kurzzeitig. Endorphine bescheren dir gute Laune und klar gibst du auch gerne ein Like und ein paar Herzchen zurück an die lieben Follower, die dich jeden Tag aufs neue pushen. Da folgt der Blick in den Spiegel. Zufriedenheit macht sich breit. Immernoch „unglaublich schön“. Bereit für das nächste Selfie. Augenbrauen hoch, Brust raus, Bauch rein, Kinn leicht nach oben. Meine tägliche Bestätigung gib mir heute. Es ist so einfach zufrieden zu sein. Oder?

Selfie Zufriedenheit

Ich sitze in großer Runde irgendwo im Nirgendwo. Um mich herum viele Menschen. Menschen in meinem Alter. Ich bin eine Beobachterin. Bilde mir ein, andere sehr gut einschätzen zu können. Alle sind am reden, die Stimmung ist locker, beschwingt und die verschiedensten Themen prasseln auf mich nieder. Ich beobachte, dass kaum einer seinem Gegenüber wirklich zuhört. Smartphones werden während der Unterhaltung permanent in der Hand gehalten und ab und zu wird schnell auch mal draufgeschaut. Merkt ja keiner. Sobald der eine vom letzten Urlaub berichtet, vom 5 Sterne Hotel und dem fantastischen Essen muss das natürlich übertrumpft werden. Sein Gesprächspartner unterbricht sofort und beginnt mit der eigenen Geschichte vom letzten Urlaub. Natürlich noch schöner und noch mehr erlebt. Noch besser gegessen. Noch teurer in der Unterkunft. Wir kennen das Spiel.

Selfie Zufriedenheit

Die ewige Suche

Wir sind ständig auf der Suche nach dem Bessersein, dem Schnellerwerden, dem Schöneraussehen. Andere werden als Vergleichsobjekt herangezogen. Orientierung beginnt beim Gegenüber und endet in Selbstzweifeln. Automatisch vergleicht man sich, seine Ziele, das bereits Erreichte, die Verhältnisse – das Leben. Das Streben nach Perfektion nimmt Ausmaße an, die vielen zu schaffen machen. Keiner ist mehr zufrieden mit dem, was er kann. Mit dem, was er erreicht hat. Mit dem, was und wer er ist.

Traumpartner finden, Traumhochzeit feiern, Traumhaus bauen, Traumauto fahren, Traumkarriere machen, Traumreisen unternehmen. Kind und Hund nicht zu vergessen. Baum pflanzen. Pläne schmieden. So oder so ähnlich sollte das Leben aussehen. Für viele überholt. Dennoch von den meisten gewollt.

Diese, selbstverständlich sehr klischeehafte und überspitzte Darstellung manifestiert sich jedoch zusehends, in abgewandelter Form, in unseren Köpfen. Natürlich sind all das sehr erstrebenswerte Dinge, die uns Menschen glücklich machen. Den einen mehr und den anderen weniger. Auch ich habe meinen Traummann gefunden und meine Traumhochzeit gefeiert. Möchte ein Eigenheim und Kinder. (Ok, möchte ich das?)  Natürlich streben wir insgeheim nach Sicherheit. Die Frage allerdings ist, ob wir das für uns tun oder für die Anderen? Was den meisten fehlt ist die eigene Zufriedenheit.

Selfie ZufriedenheitSelfie Zufriedenheit

Meine eigene Zufriedenheit

Für mich bedeutet Zufriedenheit, mit mir selbst im Reinen zu sein. Mich zu lieben. Dankbar zu sein für das, was ist. Selbstbestimmt zu sein und vor allem demütig zu sein. Meine emotionale Haltung ist mir besonders wichtig. Ich habe gelernt zu vergeben und Dinge zu akzeptieren, die ich nicht ändern kann. Und dankbar sein. Dankbarkeit kann sehr gut Zufriedenheit schaffen. Innere Zufriedenheit – das ist der Schlüssel.

Für die Mehrheit ist es schwierig sich nicht von anderen beeinflussen und leiten zu lassen. Etwas nicht haben zu wollen, nur weil es eine Freundin oder der Nachbar hat. Auch materielle Dinge machen zufrieden. Kurzzeitig. Sich schön zu finden, obwohl es so viele „Schönere“ gibt. Mehr Geld zu wollen, obwohl man eigentlich genug hat. Ein Auto zu kaufen, um damit gesehen zu werden. Wollt Ihr all das um euretwillen? Wie lange macht es Euch glücklich und wie lange seid Ihr dankbar dafür?

Beschäftigt Euch mehr mit Euch, mit Eurem Inneren! Was ist für Euch wichtig?  Lasst nicht andere darüber bestimmen, wie es Euch geht und was Ihr Euch wünscht. Denn wenn es Eurer Seele gut geht, dann ist alles andere unwichtig.

Was macht Euch zufrieden? Habt Ihr einen Tipp für mehr innere Zufriedenheit?

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7 comments

  1. Ein sehr schöner Artikel meine Liebe! Dieses Thema hat mich in den letzten Jahren auch sehr viel beschäftigt. Wie du schon sehr schön auf den Punkt gebracht hast, geht es vor allem darum die Dinge FÜR SICH SELBST zu tun. Zufriedenheit beginnt, wenn man aufhört sich mit anderen zu vergleichen und sich davon runterziehen zu lassen. Der Schlüssel zu Zufriedenheit ist Dankbarkeit. Du hattest ja bereits in einem anderen Beitrag darüber geschrieben, dass du darüber Buch führst wofür du dankbar bist. Ich gehe das jeden Abend vor dem einschlafen in Gedanken durch und ich bin seitdem sehr viel zufriedener, glücklicher und ausgeglichener. Umso zufriedener wir selbst sind, umso mehr können wir auch anderen ihr Glück, ihren Erfolg, ihre Traumhochzeit, etc. gönnen.

    Hab ein wunderschönes Wochenende! <3

    Liebste Grüße :*
    Verena

    http://www.my-philocaly.com

  2. Ein wirklich sehr schöner Text! Du hast es geschafft in kurzen Zeilen eins der wichtigsten Themen anzusprechen und ganz genau das zum Ausdruck bringen, was mich auch schon seit längerem beschäftigt. In heutigen Zeiten, wo alles nur in Richtung Konsum steuert, um nicht verrückt zu werden, muss man ordentliche innere Stabilität haben. Ganz ehrlich, ich habe eines Tages einen Schock bekommen, weil ich mir selbst ein paar Fragen gestellt habe. Ob ich Cabrio fahre, weil es cool ist? Oder versuche ein Hotel ab vier Sterne aufwärts zu buchen, weil man damit angeben kann? Ich habe mich beruhigt, als ich die Antworten gefunden habe: ich liebe es offen zu fahren, sogar bei jeder Wetter (Hauptsache es regnet nicht) und Hotels werden meistens teuer, weil ich unglaublich großen Wert auf Ästhetik lege. Also ich konnte wieder beruhigt schlafen 🙂 Ich kenne eine Menge Menschen, die dazu nicht fähig sind, richtig zu genießen. Als Zufriedenheit-Ersatz nutzen sie die Angeberei. Das ist wirklich ein sehr, sehr trauriges Leben, was sie führen. Deswegen finde ich es wichtig, immer wieder eigene Ziele neu zu justieren. Damit man Spaß am Leben nicht verliert.

    Ganz liebe Grüße,
    Vera.

    1. Liebe Vera,
      Ich danke dir für deine ehrlichen und offenen Worte! Mir erging es auch schon so und an dem Punkt wusste ich, dass ich all das für mich und mein Wohlergehen tue und nicht für andere. DIeses Gefühl ist so schön und so erleichternd 🙂

      Ganz liebe Grüße zurück,
      Kati <3

  3. Sehr gut geschrieben und dazu noch sehr wahr! Ich denke diese Erkenntnis hat viel mit dem älter werden bzw. wirklicher Reife zu tun. Als ich jünger hab ich mein Leben immer mit dem von anderen verglichen und das macht einfach unzufrieden (ebenso wie wenn man sich jetzt jeden Tag auf Instagram vergleicht). Ich finde auch, wenn man das tut was einen glücklich macht und wirklich in sich hinein hört was man braucht, um glücklich zu sein, dann können wir anderen ihre Dinge auch eher gönnen. Neid und Kritik an anderen geht eben oft mit eigener Unzufriedenheit einher. Ich mag alle deine Beiträge sehr, aber vor allem die nachdenklicheren Worte wie diese hier, triffst du sehr gut!

    1. Liebe Sabrina,
      da stimme ich dir zu. Es hat auf jeden Fall etwas mit wirklicher Reife zu tun. Je mehr man dazulernt und generell erlebt, desto mehr reflektiert man sich selbst 😉 Allerdings ist es manchmal auch schwierig wirklich auf sich selbst und die eigenen Bedürfnisse zu hören.
      Vielen Dank für dein Kompliment zu meinen Beiträgen. Das freut mich wirklich sehr!!! <3

      Liebe Grüße,
      Kati

  4. Ja Zufriedenheit in der heutigen Welt ist wohl nicht mehr ganz so einfach. Ständig zu sehen, was die anderen tun, wie viel besser es ihnen vermeintlicherweise geht und so weiter… Dauernd werden wir mit tollen, schönen ja geradezu perfekten Leben und Bildern konfrontiert.
    Mich nervt dieses ständige Übertrumpfen auch irgendwie und trotzdem : es ist alles andere als leicht sich davon auszunehmen und nicht mit zu machen.
    Ich finde deinen Ansatz für Zufriedenheit super. Davon sollte ich mir auch eine Scheibe abschneiden <3
    Liebste Grüße
    Sassi

  5. So viel wahres ist an deinen Worten! Auch ich ertappe mich in letzter Zeit häufig „unzufrieden“ zu sein. Und wie du schon sagst, man muss auf sich selber hören, mit sich selbst im reinen sein!

    Wie so tolle Worte meine Liebe die einfach ins Schwarze treffen

    Liebe Grüße
    Lisa

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