#Girls Talk zum Thema Social Media

Wie beeinflussbar sind wir wirklich?

Eine virtuelle Welt – heute nicht mehr wegzudenken. Social Media beeinflusst mehr denn je. Oder?

Wie viel Zeit verbringen wir online? Wodurch haben wir uns verändert und vor allem, wie beeinflussbar sind wir wirklich? Diese Fragen beantworten heute wieder 3 Frauen für Euch. Mit dabei ist dieses Mal Jecky von Want Get Repeat.

Girls Talk - Social Media

About

Frau U / 27 Jahre alt / in einer festen Beziehung / keine Kinder / 2 Katzen / PR Consultant

Frau A / 31 Jahre alt / verheiratet / 1 Kind / keine Haustiere / Hausfrau & Mutter (gelernte Pharmazeutisch Technische Assistentin)

Bloggerin Jecky von Want Get Repeat / 27 Jahre alt / verlobt / keine Kinder / keine Haustiere
Die zielstrebige und perfektionistische Jecky lebt in Erlangen und geht einer geregelten 40-Stunden-Woche nach. Beeindruckend, wie Sie mit Vollzeitjob einen so professionellen Blog betreibt. Selbst Ihre Fashion-Posts enthalten neben perfekten Bildern, hochwertigen Content mit Mehrwert. Eine echte Vollblut-Bloggerin!

Girls Talk - Social Media

10 Fragen an 3 Frauen

1. Bist du auf Social-Media-Kanälen vertreten und bist du dort aktiv? Wenn ja, wie viel Zeit verbringst du auf diesen Kanälen durchschnittlich pro Tag?

Jecky: Oh ja, dass ich auf Instagram „vertreten“ bin ist wahrscheinlich die Untertreibung des Jahrhunderts! Ich bin wirklich täglich mehrere Stunden mit dieser App beschäftigt, spontan würde ich die dort verbrachte Zeit aus täglich 4-5 Stunden schätzen!
Frau U: Ja ich bin auf Social-Media-Kanälen vertreten und bin dort auch aktiv. Vor allem Instagram mag ich am liebsten und verbringe dort ca. 30 Minuten – 2 Stunden am Tag, am Wochenende oder auf langen Autofahrten etc. vielleicht auch mal mehr. Bei Facebook, Twitter, Pinterest, Youtube und Co. bin ich nur noch selten und eher passiv als aktiv unterwegs.
Frau A: Ich liebe YouTube und schaue dort gerne Videos von jungen Mamas, wie ich es eine bin. Auf Instagram bin ich eine stille Leserin und poste selbst sehr selten etwas. Es ist für mich eine reine Inspirationsquelle. Täglich bin ich maximal eine Stunde auf Social-Media-Kanälen aktiv.

2. Wie fühlst du dich, wenn du schöne Bilder von hübschen Menschen siehst, die sich augenscheinlich alles leisten können und um die Welt jetten?

Jecky: Das hängt stark von meiner momentanen Verfassung/Laune ab und ich welcher Situation ich mich gerade in meinem Leben befinde. Oft stelle ich mir bei solchen Bildern die Frage „Was mache ich falsch?“, eben weil ich solch ein Leben nicht meinen Alltag nennen kann. Ich versuche dann aber immer mir auch bewusst zu machen, dass Instagram nur ein ganz kleiner Teil des wahren Lebens dieser Personen ist und dass auch bei Ihnen nicht alles so perfekt ist, wie es in Ihrem Feed aussehen mag.

Zu diesem FOMO-Gefühl (FOMO = Angst, etwas zu verpassen / Fear of missing out) habe ich auch erst vor einiger Zeit einen Blogpost veröffentlicht, samt Tipps, wie man am besten damit umgeht und sich von den Bildern der anderen wieder mehr inspiriert als deprimiert fühlt.
Frau U: Für mich fühlt sich „Urlaub von anderen angucken“ an, als wäre ich hautnah dabei, wenn ich meinen Freunden oder Influencern beim Urlaub machen zuschaue. Mich persönlich macht das irgendwie glücklich, ich erinnere mich an meinen letzten Urlaub und habe positive Gedanken.

Um die Welt jetten macht ja heutzutage irgendwie auch jeder und teure Designersachen hat mittlerweile gefühlt auch jeder zweite Normalo im Schrank oder am Arm. Es ist schon kaum etwas Besonderes mehr, wenn Influencer auf Weltreise sind – heute in Saint Tropez, morgen in Santorini und übermorgen dann in NY oder Lalaland. Es ist auch vollkommen normal, dass sie die tollsten Modenschauen der Welt besuchen (teilweise selbst mitlaufen), bei großen Storeeröffnungen dabei sind und immer dort sind, wo auch die Promidichte sehr hoch ist und für ihre Designertäschchen, Schuhe, Sonnenbrillen und Co. einen Palast bauen müssten.

Ich beobachte das ganze mittlerweile als würde ich einem Promi dabei zuschauen, wie er sein tägliches Leben lebt. Mit Alltag und dem Bloggermädchen von nebenan hat das für mich kaum noch etwas zu tun, was aber nicht heißt, dass ich es nicht trotzdem spannend finde. Neidisch bin ich auch nicht und wenn, dann im positiven Sinne, denn es ist ihr Job und rein theoretisch hat das jeder von uns selbst in der Hand!
Frau A: Ich bin an einem Punkt angelangt, wo mir diese Bilder nichts mehr ausmachen. Mein Leben ist für mich selbst perfekt und wunderschön. Das hat wahrscheinlich auch viel mit meiner eigenen persönlichen Reife zu tun, denn es war nicht immer so. Früher habe ich meine Gefühlslage sehr oft von anderen abhängig gemacht. Leider.

3. Hast du schon einmal etwas gekauft, weil du es bei Person XY gesehen hast und es dann unbedingt haben wolltest?

Jecky: Definitiv: Ja! Früher waren das die allseits bekannten Zara Must-Haves – jede Saison gab es da ein paar Stücke, die irgendwie jeder auf Instagram hatte und die meist sofort ausverkauft waren und bei ebay/Kleiderkreisel dann zu Wucherpreisen gehandelt wurden. Na, wer erinnert sich noch an Skorts, die Military-Jacke mit Lederärmeln oder die Statement-Ketten? 😉

Ich muss sagen, inzwischen ist bei mir dieses ‚Haben Wollen‘-Gefühl eher in ein ‚Erleben Wollen‘-Gefühl umgeschlagen und so lasse ich mich momentan eher von Reisedestinationen anfixen!
Frau U: Klar, ständig! Bei mir kommt es aber nicht drauf an bei welcher Person ich es sehe. Ich screenshotte alles, was ich sehe, was mir gefällt und schaue manchmal sogar gezielt danach (online oder im Laden), wenn es mir ein Teil total angetan hat. Das ist für mich nichts anderes, als Kollegen oder Freunde zu fragen, woher sie ein bestimmtes Teil haben.
Frau A: Ja, selbstverständlich. Sobald man sich mit Social Media auseinandersetzt wird man direkt oder indirekt beeinflusst. Auch ich. Aber für mich hat das keinen negativen Beigeschmack, solange es sich in Grenzen hält.

4. Denkst du, dass durch Social Media (allen voran Instagram) falsche und oberflächliche Werte vermittelt werden? Wenn ja, welche besonders?

Jecky: Ich denke, wenn man den eigenen Charakter noch nicht so geformt hat und in vielen Unsicherheiten schwelgt, vermittelt Instagram einem definitiv, dass es im Leben auf Designer Klamotten, den besten Highlighter und den tollsten Feed ankommt. Allerdings gibt es in unserem modernen Leben genug andere Medien, die das gleiche tun: Serien, Filme, Zeitschriften etc. haben oft eine ähnliche Botschaft.

Man wird sich vor diesen Einflüssen nicht abschotten können und muss eher lernen, diese „richtig“ zu verarbeiten und in sein Leben auch Personen und Aktivitäten integrieren, die einen wieder „runterholen“ und andere Werte vermitteln.
Frau U: Leider in vielen Dingen schon. Besonders, wenn es um die Figur geht, die perfekte Beziehung, den perfekten Freund, die perfekte beste Freundin, die perfekte Clique, den perfekten Job, die perfekte Wohnung und das perfekte Leben generell. Überall sieht man außerdem #goals und #beste…derwelt und alle leben das #goodlife.

Dabei hat jeder mal einen beschissenen Tag auf der Arbeit, streitet sich mit seinem Freund oder der besten Freundin. Aber – und das ist der große Unterschied – nicht jeder postet das, bzw. nicht jeder teilt öffentlich sein alltägliches Leben mit allen Höhen und allen Tiefen, was aber auch vollkommen OK ist. Trotzdem wird eben einfach oft vermittelt, dass alles perfekt ist und immer nur alles schön ist und super läuft, weil man eben genau das natürlich am liebsten postet bzw. zeigt.

Auch der Einfluss von Luxus-Lifestyle und teuren Designer-Marken ist enorm. Kaum ein Post, den ich in meinem Feed sehe, kommt noch ohne Designermarken, Luxusprodukte oder Luxus-Lifestyle aus. Irgendwie muss alles teuer und besonders sein, sonst ist es oft nicht instagramable – so mein Gefühl. Und das betrifft nicht nur die großen Influencer.

Seit Jahren gibt es eine Art Instagram Kodex und eine Instagram Uniform was die Bilder angeht und welche Teile, Posen oder Orte gerade im Trend sind und welche Art von Fotos man bei jedem findet und ich denke hier kann sich kaum jemand rausnehmen – der eine mehr, der andere weniger. Wichtig ist nur, dass man sich nicht zu sehr beeinflussen lässt und sich aber auch seiner eigenen Wirkung bewusst wird.
Frau A: Welche Werte falsch sind, liegt wohl immer im Auge des Betrachters. Oberflächliche Werte werden definitiv vermittelt. Es sieht aus, als sei es normal jeden Morgen in einer anderen Stadt aufzuwachen und bei jeder Fashion Week Gast zu sein. Ist es aber nicht.

5. Wem folgst du lieber?
– „Authentischen“ Personen, die weder Bilder bearbeiten, noch Wert auf einen einheitlichen Feed legen (aber trotzdem interessante Inhalte posten)
– „Instagram-Pro’s“, denen Ästhetik über alles geht und jedes Bild perfekt auf den gesamten Feed abgestimmt ist

Jecky: Definitiv den Pro’s! Ich bin einfach ein sehr visueller Mensch und bei schönen, stimmigen Feeds geht mein Herz auf!
Frau U: Beiden. Denn ich finde, dass es auch authentische Instagram-Pro’s gibt und sich beides nicht ausschließt. Für mich hat ein Instagram Pro nichts mit perfekt bearbeiteten Bildern und perfekt abgestimmten Feeds zu tun, so etwas sieht man zwar fast bei jedem Influencer, aber es gibt auch sehr authentische große Influencer, die selten Bilder bearbeiten und nicht nur perfekte Bilder posten. Für mich ist das eher eine Art von Perfektionismus und das sehe ich sehr oft auch bei kleineren Instagram Accounts oder Micro-Influencern.

Ich mag beides gerne und finde die Kombi echt interessant. Für mich wäre dann ein Instagram Pro jemand, der es schafft perfekt bearbeitete Bilder mit authentischen und interessanten Inhalten zu füllen und auch Persönlichkeit in die Bilder oder Texte einbringt. Das sind auch die Accounts oder die Influencer, die ich am liebsten mag und ich habe selbst genau diesen Anspruch für meinen Account. Ebenso folge ich gerne den Accounts meiner Freunde, weil sie mich einfach persönlich am meisten interessieren, oder eben den Influencern/Accounts, mit denen ich mich selbst sehr gut identifizieren kann.
Frau A: Das hält sich die Waage. Bei den perfekten Feeds hole ich mir sehr viel Inspiration und bei den sehr „echten“ Accounts interessiert mich das Leben und der Alltag.

6. Hast du an dir Veränderungen festgestellt, seit dem du Social Media konsumierst? Welche?

Jecky: Es ist wohl nicht übertrieben zu sagen, dass Social Media mein Leben völlig umgekrempelt hat. Vor Instagram hatte ich keine Hobbies. Ich wusste, ich mag irgendwie „schöne Dinge“ aber vor Instagram und Blogs gab es nicht wirklich die Möglichkeit, das mit anderen zu teilen oder sogar zu monetarisieren.

Durch Instagram bin ich noch visueller geworden, ich denke mir mein Leben praktisch nur noch in Bildern von schönen Momenten. Dadurch bin ich inzwischen aber auch sehr viel engstirniger und perfektionistischer und gebe mich nur mit dieser (oft sehr schwer zu realisierbaren) Vorstellung in meinem Kopf zufrieden.
Frau U: An mir oder meiner Persönlichkeit vermutlich eher weniger. Klar, es gibt schon viel Bestätigung über Instagram und das tut echt gut – vor allem wenn man zum Beispiel als Teenie mit dem Selbstbewusstsein zu kämpfen hatte und besonders in meinem Fall von einem Schönheitsmakel (Pigmentstörung) geprägt ist.

Ich würde aber eher sagen, dass sich in meinem Leben einiges verändert hat und vor allem was die Art und Weise angeht. Ich mache ganz selbstverständlich Fotos von meinem Essen, egal ob daheim oder im Restaurant. Ich filme meine Hauls für Snapchat oder die Stories und zeige, was ich gekauft habe. Mein Freund muss im Urlaub oder auch im Alltag Bilder von mir machen, denn Spiegelselfies als #ootd sind ja mittlerweile out. Ich kaufe Dinge nach oder hole mir Inspiration über Social-Media/Instagram und Co. Ich bearbeite meine Bilder aufwendig um sie dann zu posten, bin aktiv und betreibe „networking“ – das Ganze ist heute mein Hobby und andere verdienen damit ihr Geld. Selfies sind alltäglich geworden und heutzutage geht ja auch nichts mehr ohne die Hübschi-Filter von Snapchat.

Außerdem habe ich sehr viele tolle Menschen über Instagram und Co. kennengelernt und bin echt dankbar über die kleinen Cliquen bzw. großen Freundschaften, die so entstanden sind.

Und ein weiterer wichtiger Punkt ist natürlich der Einfluss von Social Media auf meinen Job, denn ich arbeite in der PR und für uns sind Influencer Relations und Social-Media-Marketing heutzutage wichtige Bestandteile.
Frau A: Nein. Ich habe keine Veränderungen festgestellt.

7. Ist es dir generell wichtig, was andere (auch Fremde) von dir halten oder über dich denken?

Jecky: Ja und nein! Noch vor ein paar Jahren war ich sehr viel unsicherer im Umgang mit anderen und auch shooten auf der Straße war mir unangenehm. Heutzutage bin ich einfach sehr viel aufgeschlossener und selbstbewusster, weiß mehr was ich will und mache eben „mein Ding“, auch wenn mich Leute blöd ansehen.

Allerdings ist es mir auf Instagram selbst schon extrem wichtig, wie ich bei der Audienz ankomme. Läuft ein Bild mal nicht so gut zweifle ich oft ganz schön an mir selbst.
Frau U: Ich denke, das ist keinem egal. Mir geht es aber eher um persönliche Werte. Das bedeutet, ich bin eher jemand, der gemocht werden will und gerne jeden und alles immer zufriedenstellen möchte. In dem Sinne ist es mir wichtig was andere über mich denken und von mir halten, aber auf einer persönlichen Ebene und hier geht es nicht um Fremde.

Perfektion im Sinne von Äußerlichkeiten ist mir nicht wichtig und mir ist es auch nicht wichtig, was Fremde von mir denken oder wie ich auf sie wirke.
Frau A: Ja es ist mir wichtig. Ich möchte nicht, dass jemand denkt, ich sei unsympathisch. Deshalb trete ich jedem Menschen erst einmal freundlich gegenüber. Sollte es dann menschlich jedoch überhaupt nicht passen, ist es für mich auch in Ordnung, wenn man keine gemeinsame Wellenlänge hat.

8. Kannst du dir vorstellen, einen Monat auf alle Social Media Kanäle zu verzichten? Wenn nicht, warum?

Jecky: An sich fände ich die Vorstellung wahnsinnig schön. Sich einfach mal von der Reizüberflutung abshotten, in sich gehen – ich denke, dabei würde ich mal so richtig entspannen und evtl. vieles wahrnehmen, was mir zur Zeit verborgen bleibt.

Allerdings beängstigt mich diese Vorstellung auch total, weil das Spiel ohne mich ja weitergehen würde und man bei Social Media so schnell weg vom Fenster ist. Am liebsten wäre es mir, alle würden eine Social Media Pause eingehen, bzw. wäre die App einfach einen Monat offline. Das wäre schon irgendwie cool!
Frau U: Nein, ich denke nicht. Mir fällt es zwar gar nicht schwer wochenlang oder monatelang nicht aktiv zu sein (im Sinne von selbst etwas zu posten), weil ich einfach wenig Zeit, Kraft und Motivation habe und es mir momentan einfach schwerfällt, den perfekten Feed mit den perfekten Bildern zu pflegen und meine Devise heißt ganz oder gar nicht (jaja, da kommt der Perfektionist raus). Aber mir würde es schwerfallen, nicht zumindest einmal am Tag kurz bei Instagram oder Snapchat reinzugucken, um zu sehen, was aktuell los ist oder passiert. Nicht nur was meine Arbeit angeht, Social Media ist für mich eine der wichtigsten Informationsquellen neben TV oder Radio und natürlich will ich auch mitkriegen, was meine Freunde so treiben. Noch schlimmer als Instagram und Co. wäre für mich aber der Verzicht auf Whatsapp, da dies einfach ein sehr großer Bestandteil meiner täglichen Kommunikation ist und mir verdammt wichtig ist.
Frau A: Auch wenn ich gerne als kleine Auszeit bei YouTube oder Instagram stöbere, könnte ich es mir vorstellen. Da es von mir und meinem Leben keinen all zu großen Raum einnimmt.

9. Bist du der Meinung, dass die Altersbeschränkung bei Instagram erhöht bzw. herabgesetzt werden sollte? Aktuell liegt diese bei 13 Jahren.

Jecky: Puh, ehrlich gesagt wusste ich gar nicht, dass man schon in so jungen Jahren der App beitreten kann! In diesem Alter war ich sehr beeinflussbar und hatte wenig Selbstbewusstsein. Insofern kann solch eine oberflächliche App junge Erwachsene schon ganz schön durcheinander bringen.

Wie erwähnt finde ich aber, dass man sich (und seine Kinder) von solchen Einflüssen eben nicht abschotten kann. Ich denke also, die Altersgrenze kann ruhig so bestehen und es ist eher die Verantwortung der Eltern, ihren Kindern den richtigen und gemäßigten Umgang mit solchen Anwendungen beizubringen.
Frau U: Rein theoretisch müsste man hier ja sagen, denn ich finde es teilweise schon extrem wie Teenies mittlerweile aussehen und wie gut sie sich mit Beauty, Fashion, Fitness und der (Luxus)Markenwelt auskennen, obwohl sie vielleicht gerade einmal 13 Jahre alt sind. Vor allem aber auch das Thema Fitness und gesundes Essen kann gefährlich werden oder ist schon in jungen Jahren Thema, was bei mir gefühlt erst mit den 20ern aufkam. Ich habe das Gefühl, wir durften damals irgendwie noch mehr Kind bzw. Teenie sein und standen nicht so unter Druck. Verbieten kann man den Teenies sowieso nichts und ich glaube Instagram bzw. Social Media gehört einfach zu den Kids heute dazu wie bei uns damals der Gameboy, das erste Nokia Handy bzw. MSN, ICQ und Co. Trotzdem klappt es immer, denn auch wir entwickeln uns parallel mit und weiter.
Frau A: Meiner Meinung nach sollte die Altersbeschränkung auf 16 Jahre angehoben werden. Mit 13 ist man noch ein Kind und kann die ganzen Dinge gar nicht richtig verarbeiten. In jedem Fall sollten aber alle Eltern ein Auge darauf haben, wo sich das eigene Kind im Internet herumtreibt.

10. Wenn du einen Wunsch frei hättest, im Bezug auf Social Media, was würdest du dir wünschen?

Jecky: Ich wünsche mir den alten Algorithmus zurück! Haha, jaaa ich bin auch so jemand, der den ‚alten Tagen‘ bei Instagram nachweint und das obwohl ich keine von denen war, den die Einführung des Algorithmus Angst bereitet hat.

Inzwischen merke ich aber, dass mir so viele Bilder meiner Lieblinge nicht mehr angezeigt werden und das nervt! Oft schreiben mir auch Mädels mit kleineren Accounts ob ich Tipps für das Wachstum habe und ich muss ehrlich sagen: ich weiß keine! Das Wachstum ist für kleine Accounts so schwer bis hin zu unmöglich geworden und das finde ich so schade, weil Instagram einfach ein Ort war, an dem jeglicher Content die Chance hatte, eine große Reichweite zu erreichen. Das ist meiner Meinung nach inzwischen nicht mehr möglich.
Frau U: Ganz klar, mehr Realität im Sinne von mehr Persönlichkeit und mehr Authentizität! Ich weiß noch, in den Anfängen bei Instagram so im Jahr 2013 und 2014, da war alles irgendwie noch ehrlicher und authentischer. Da hat man auch „hässliche Bilder“ gepostet und einfach mehr vom Leben gezeigt. Klar, jetzt wo einem das halbe Dorf folgt und generell, möchte man vielleicht auch nicht mehr so viel preisgeben, bzw. es hat sich einfach geändert. Trotzdem vermisse ich die Persönlichkeit in manchen Accounts, die primär auf Ästhetik setzen und oft oberflächlich erscheinen.

Außerdem würde ich mir mehr Authentizität wünschen und das betrifft vor allem die Influencer. Rabattcodes und Werbung überall, jetzt wo gekennzeichnet werden muss, sieht man das natürlich noch extremer und häufiger, echte Meinungen zu Produkten gibt es schon fast gar nicht mehr, außer bei den kleineren Accounts, die nicht „bezahlt“ werden.
Frau A: Weniger Besserwisser und sogenannte „Hater“. Ich bekomme bei vielen Accounts mit, dass man wegen jeder noch so kleinen Kleinigkeit Anfeindungen erhält. Auch Mamas, die beispielsweise Ihre Erfahrungen teilen werden beschimpft oder an den Pranger gestellt. Das geht zu weit und ich würde mir wünschen, dass diese Menschen zuerst überlegen, bevor Sie einen Menschen verletzen oder verurteilen.

 Girls Talk - Social Media

Die Meinung von Jecky

Instagram und ich führen eine Love-Hate Beziehung, meist aber Love! Auch wenn mich die Oberflächlichkeit der App oft in den Wahnsinn treibt und ich absolut von „FOMO“ betroffen bin, kann ich mir ein Leben ohne nicht mehr vorstellen.

Die App ist meine unübertroffene Quelle für Inspiration und hat endlich dafür gesorgt, dass aus meinem planlosen „ich mag schöne Dinge“-Zustand ein Hobby wird, welches ich inzwischen sogar monetarisieren kann.

Die Meinung von Frau U

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich allein aufgrund meines Jobs natürlich schon eine andere Sicht auf die Dinge habe und vielleicht einen besseren Durchblick habe. Vor allem mehr Insights – auch „hinter den Kulissen“ und deshalb lasse ich mich vermutlich auch nicht so „blenden“.

Ja, es wird viel und überwiegend vom perfekten Leben mit den dazugehörigen Statussymbolen gezeigt und viel „schöngeredet“. Aber sind wir doch mal ehrlich: Wer würde es anders machen? Wir ALLE probieren uns doch irgendwie (auch im Alltag) im besten Licht zu zeigen, genau wie unser Leben mit allem was dazugehört. Klar, jeder auf seine Weise und der eine mehr, der andere weniger. Ich denke, so etwas gab und gibt es schon immer, damals hat man sich eben noch beim Kaffeeklatsch mit Freunden, Familie oder Nachbarn von seiner besten Seite präsentiert und zu Hause Generalputz gemacht, die Kinder in die schönsten Kleider gesteckt und man hat dann am Tisch eben nur Gutes erzählt, wenn Besuch anstand – heute sieht das zwar anders aus, es ist aber vom Prinzip ähnlich.

Man darf sich meiner Meinung nach nur nicht von den perfekten Scheinwelten, die über Social Media inszeniert werden, blenden lassen! Denn es gibt überall auch echte Menschen dahinter, die alle ihre Päckchen im Leben tragen und die alle mit ihren (großen und kleinen) Sorgen und Problemen zu kämpfen haben. Was Werbung und Meinungen angeht, wird es uns ja heutzutage dank der Kennzeichnungspflicht einfacher gemacht, trotzdem finde ich auch hier muss jeder selbst entscheiden wem er vertraut und was er glaubt.

Die Meinung von Frau A

Solange es einem Spaß macht, auf Social-Media-Kanälen unterwegs zu sein, sollte man sich keine Gedanken machen. Bedenklich wird es, wenn die eigene Stimmung von fremden Menschen (Bloggern, YouTubern, Influencern) negativ beeinflusst wird. Sollte es dazu kommen, muss man sich definitiv selbst reflektieren und sich fragen, ob das noch gesund ist. Ansonsten finde ich es toll, dass man vielen Menschen heutzutage nah sein kann, ohne sie wirklich zu kennen.

Was denkt Ihr über die 3 Meinungen und was bedeutet es für Euch bei „Social-Media“ aktiv zu sein?

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6 comments

  1. Sehr interessante Antworten von allen drei Frauen auf gut ausgewählte Fragen. Macht Spaß zu lesen und man findet sich in vielem selbst wieder! Freue mich schon auf das nächste Thema 🙂

  2. Ich freue mich jedes Mal, wenn es einen neuen Girls Talk Beitrag gibt und dieser ist natürlich besonderes spannend. Ich bin seit ca. 6 Monaten aktiv auf Instagram unterwegs, habe eine Blog und bin jeden Tag online. Ich sehe es als Inspirationsquelle und nehme vieles nicht zu ernst. Einfach, weil ich zufrieden mit meinem Leben bin. Ich glaube aber wenn man generell häufig an sich zweifelt, kann Social Media fatal sein. Daher sehr spannend zu lesen, wie unterschiedlich die Wahrnehmung dazu ist.

    LG, S.

    http://www.lifestyledbys.com

  3. Ein wirklich toller und interessanter Beitrag!

    Es ist schon krass wie sich der Social Media Bereich immer mehr entwickelt. Kaum vorzustellen, dass unsere Generation ja eigentlich noch ohne Internet und Smartphone aufgewachsen ist!

    Ein Leben ohne Instagram kann ich mir mittlerweile auch nicht mehr vorstellen! Es ist einfach wirklich eine super Inspiritaionsquelle und eine tolle Plattform um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.

    Ganz liebe Grüße aus Hamburg
    Caro

    https://carolionk.com

  4. wow meine Liebe,
    das ist wirklich ein richtig toller Beitrag geworden!
    ich selber bin bei Interviews ja immer total die Schüchterne, also schon allein dafür Hut ab, wie cool es geworden ist 🙂
    und auch super interessant Jecky’s Meinung zu lesen … ich tendiere persönlich tatsächlich in eine ganz ähnliche Richtung (FOMO und so 😉 )
    am Ende nutze und konsumiere ich Social Media aber auch der Kontakte wegen und ganz besonders Instagram wegen der Ästhetik – Accounts, die mir nicht gefallen oder mit denen keine Interaktion stattfindet, möchte ich auch nicht folgen. das klingt hart, ist aber einfach meine Sicht.

    hab noch eine schöne Restwoche meine Liebe,
    ❤ Tina von http://liebewasist.com

  5. Hallo liebe Kati,
    danke für diesen so wichtigen und spannenden Beitrag! Ich finde es so wichtig, dass man darüber spricht. Tatsächliche halte ich Social Media sowohl für Segen als auch für einen Fluch. Ich mag die Vielfalt, die mir dort begegnet. Im Hinblick auf Meinungen, Gedanken, Stile, Fotos etc. Ich mag, dass ich unterschiedliche Menschen kennen lernen. Neue Produkte entdecke. Aber für mich hat das ganze auch einen negativen Beigeschmack. Der Konsum ist oft einfach viel zu hoch. Klar, wer definiert zu hoch. Aber mehrere Stunden jeden Tag in einer digitalen Welt zu verbringen, halte ich für gefährlich. Das Leben ist doch hier draußen und es ist bunt und laut und wunderbar. Dazu kommt das ständige Vergleichen untereinander und besonders bei zB. großen Instagram-Accounts die Gleichheit. Als ob das Leben nur eine Farbe hätte. Aber das schöne an den sozialen Medien ist ja: Jeder kann selbst entscheiden, wen er folgt! Und damit entscheiden wir auch wer uns wie beeinflusst. Was uns beeinflusst 🙂

    Hach man könnte ewig über das Thema reden!
    Ich wünsche Dir einen wunderbaren Samstag und ein gemütliches Wochenenende!
    Liebste Grüße an Dich! ♥ Saskia von http://www.demwindentgegen.de

  6. Meine Liebe,

    wieder so ein schöner Blogpost! Und wahnsinnig interessant. Ich selbst bin sehr aktiv bei Instagram und würde eigentlich noch mehr Zeit investieren. Ich liebe es schöne Fotos anzuschauen – und natürlich sind die Texte die unter dem Post stehen für mich auch wichtig.

    Ich freu mich schon auf deinen nächsten Girlstalk und wünsche Dir einen schönen Abend.

    Liebe Grüße aus Altötting, Lisa

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